Monate: März 2024

Gedanken zur Weihnacht 2025

Advent

O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten –
die Welt umspannst
Du von einem Ende zum andern,
in Kraft
und Milde ordnest Du alles:
o komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht.
( O-Antiphon)

Die Sehnsucht der Adventszeit, die Zeit des Wartens,
Wachens und der Vorfreude, findet Antwort in der

Weihnacht

der Geburt Gottes im Menschen.
Der Weg der Weisheit und Einsicht offenbart sich, offensichtlich:
Blinde sehen, Lahme gehen, Taube hören!
Wir sind gemeint und liebevoll eingeladen, mit allen Sinnen zu erwachen, ganz lebendig zu werden. Wir dürfen das Göttliche in uns erfahren und seiner Weisheit vertrauen.
Die Stille öffnet uns für diese weihnachtliche Erfahrung und für die Verbundenheit allen Lebens. Noch warten die Erde, die Menschheit, die ganze Schöpfung auf das Erwachen. Wir spüren die Not, die Ungerechtigkeit, die Schmerzen, die Zerissenheit und die Sehnsucht nach Heilung – Advent, mitten in der Weihnacht.
Und gleichzeitig geschieht es an vielen Orten: Menschen und Gruppen, die in ihrem Herzen friedfertig sind, selbstlose Mitmenschlichkeit verkörpern, aus der Einheit mit der Natur leben und sich durch alle Angst hindurch furchtlos engagieren – Weihnachten, mitten im Advent. Lasst uns mit Weisheit und Einsicht mitwirken, dass Weihnacht die Welt umspannt und erfüllt und wir im Einklang mit der Ordnung des Kosmos leben.

Wir wünschen Dir und Euch und allen Besucher und Besucherinnen unser Website
ein lichtvolles und gnadenreiches Weihnachtsfest
und für den Übergang ins Neue Jahr alles Liebe und Gute!

in herzlicher Verbundenheit
Gabriele und Bernhard

 

Rundbrief im Sommer 2025

Liebe Freunde und Freundinnen unseres Zendos, liebe Mitmeditierende!

Gabriele und Bernhard – wir beide sind vom 8.-22. September 2024 in den ersehnten Erholungsurlaub gefahren. Die Abendmeditationen während dieser zwei Wochen müssen leider ausfallen. Wir beginnen wieder am Dienstag, 24.9.24 wie gewohnt um 18.30 Uhr
und freuen uns auf Euer Kommen.

Gabriele und Bernhard

 

„Nur leben, nur sterben – inmitten von weder Leben noch Tod“

Manchmal walke ich morgens durch den nahe gelegenen Park. Die Spazierwege sind kleine Alleen, gesäumt von Bäumen der Zierkirsche und gerade verzaubert von einem weiß-rosa Blütenrausch soweit das Auge reicht. Zart-süßer Duft mischt sich in die frische Morgenluft und die Amseln betören das Ohr mit ihrem Jubilieren. Die Natur ist erwacht und sprüht vor unbändiger Lebenskraft, die mitreißt und deren Schönheit tief anrührt.
Und gleichzeitig ist da eine unwiderlegbare Realität auf unserem Planeten Erde, dessen Lebendigkeit in bedrückender Weise bedroht ist: Wir leben in der Zeit einer der größten Artensterben in der Erdgeschichte, Frucht der kollektiven Lebens-Art der Spezies Mensch. Die Zahl der in rasanter Geschwindigkeit sterbenden Arten ist unermesslich.
Wenn wir zu Beginn des Zazen die großen Gelöbnisse sprechen, richten wir uns darauf aus, in Einheit mit allen Lebewesen zu leben, das bedeutet auch, in Einheit mit den aussterbenden Arten zu sterben. Ein alter Meister sagt: „Nur leben, nur sterben – inmitten von weder Leben noch Tod“.
Dieses Sterben braucht unseren ganzen Mut, genau hinzuschauen was ist und wahrzunehmen, wie wir unsere eigene Lebendigkeit einfrieren. Das Sterben verlangt das Wagnis, die vermeintliche Sicherheit von routinierter Kontrolle, von gewohntem Komfort und Konsum als betäubende Beengtheit zu entlarven und ihre destruktiven Wirkungen zu realisieren. Wir werden konfrontiert mit unserer Angst, mit Schmerz und Trauer. Jedoch nicht nur dies: wir können sie tief durchdringen und uns in radikaler Offenheit dem Nicht-Wissen überlassen.
So hineingefallen in das Nicht-Wissen gleichen wir einem Samenkorn in der Erde, das im Verborgenen stirbt, sich wandelt und kraftvoll-zart keimend erwacht in die pure schöpferische Lebendigkeit des gegenwärtigen Augenblicks.
Es ist die Stille, die in uns Tore öffnet für diese Quelle nie versiegenden, unauslotbaren Lebens, sprudelnder Kreativität und unwiderstehlicher, alles durchdringender Verbundenheit.

Ich wünsche Ihnen und Euch ein tief wurzelndes Vertrauen in das Nicht-Wissen und
ein frohes Osterfest
Gabriele Shinmyo Geiger-Stappel

Dieser Beitrag wurde für den newsletter des Zenzentrum Offener Kreis Luzern Ostern 2024 erstellt.